Über uns

 

HEROES® ist ein feministisches Jungen*projekt und Jugendprojekt, das für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung eintritt. 


HEROES® beschäftigt sich mit Geschlechternormen, vor allem Männlichkeitsnormen, und wie diese alle Ebenen der Gesellschaft durchziehen und so ein freies Leben und Entwickeln einschränken sowie Ansehen und Status in Familie, Gemeinschaft und Freundeskreisen beeinflussen. Unter  patriarchalem Druck und gewaltfördernden Rollenbildern leiden vor allem FLINTA Personen. Die Anforderung an Männlichkeit Kontrolle über andere auszuüben, prägt alle Lebensbereiche von FLINTA maßgeblich: Kleidung, Bildung, Freund*innenschaften, Liebe, Beziehungen. Diese Vorgaben und Regeln bringen oft Gewalt, Unterdrückung und Benachteiligung mit sich.

Cis-Jungen und –Männer haben insgesamt mehr Freiheiten und profitieren von diesem System, doch auch die Rolle des Mannes ist streng vorgegeben. Auf den Jungen und Männern lastet ein unheimlicher Druck, ein "echter Mann" zu sein:heterosexuell, dominant, gefühlskalt, ggf. auch gewaltbereit .  Lebensentwürfe und Verhaltensweisen, die als “unmännlich” gelten, werden mit Ausschluss, Spott, Erniedrigung und auch Gewalt bestraft. Von Rassismus betroffene  Jungen* und junge Männer*, stehen unter Doppelbelastung: zusätzliche Vorgaben zu Norm und Anpassung sowohl von der eigenen “Community” als auch durch die Mehrheitsgesellschaft erzeugen einen zusätzlichen Druck, der sich mit und durch Vorstellungen von Männlichkeit verbindet und verstärkt. HEROES® setzt genau hier an: junge Männer*, die die  patriarchalen Vorstellungen von "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" sowie die damit verbundenen Rollenbilder überwinden wollen, finden hier einen Ort, um sich auszutauschen. Durch regelmäßige Treffen mit anderen jungen Männern und unter Anleitung unserer Gruppenleiter*innen - die sogenannten Trainings - erhalten die Heroes eine Ausbildung, die sie dazu befähigt, als Peer-Educator Workshops zu geben. So können die Heroes anderen Jugendlichen neue Perspektiven näherbringen und ihnen als Beispiel dafür dienen, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen und für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung stehen kann. Die Gruppenleiter*innen dienen ihnen hierbei als Mentoren, die nicht nur Themen mitbringen und besprechbar machen, sondern auch ihre eigenen Reflexionsprozesse und Verletzlichkeiten teilen. Das Training bildet hierbei einen Schutzraum, in dem die Heroes eingeladen werden, auch schambehaftete oder schmerzhafte Themen zu besprechen und Erfahrungen zu teilen, was ihnen in der patriarchalen Gesellschaft generell verwehrt bleibt. 

 

 

 

Hintergrund

 

HEROES® wurde 2007 als feministisches Projekt des Berliner Vereins Strohhalm e.V. durch die Soziologin Dagmar Riedel-Breidenstein nach schwedischem Vorbild in Berlin-Neukölln gegründet. Kern des Projekts ist geschlechterreflektierte Jungen*arbeit. HEROES® richtet sich an junge Männer, die sich mit Vorstellungen von Ehre und Männlichkeit auseinandersetzen und Stellung beziehen wollen. Die Gruppenleiter*innen bieten ihnen einen Schutzraum für die Auseinandersetzung mit persönlichen Themen und bearbeiten diese über einen Zeitraum von ca.einem Jahr in kleinen Gruppen. Im Anschluss haben die Jugendlichen die Möglichkeit im Peer-Ansatz an Schulen und Freizeiteinrichtungen geschlechtergemischte Workshops durchzuführen, in denen über Identität, Gleichberechtigung und Menschenrechte, Gewalt in Familien und Ehrvorstellungen diskutiert wird. In Rollenspielen werden für selbstverständlich gehaltene Annahmen zu Fragen von Geschlechterverhältnissen und -rollen auf niedrigschwellige Art infrage gestellt. Diese Rollenspiele werden von den Jugendlichen selbst entwickelt. 

HEROES® führt außerdem Fortbildungen für Fachkräfte, Lehrkräfte, Sozialarbeitende etc. und auf Anfrage auch Elternarbeit durch. 

Das Projekt wird gefördert durch die Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie.

Themenüberblick

Männlichkeit

 

Wir verstehen Männlichkeit (und Geschlecht) als soziale Kategorie, über die Normen und Werte vermittelt werden. Geschlecht ist nicht vorrangig naturgegeben, sondern sozial und kulturell konstruiert.

Mit Männlichkeit werden häufig Werte wie Stärke, Dominanz oder Durchsetzungsfähigkeit verbunden. Diese Erwartungen erzeugen Druck auf Jungen* und Männer* – und gehen oft mit gewaltverherrlichenden Vorstellungen einher. Bei HEROES® sprechen wir über diesen Druck und ermutigen dazu, sich jenseits klassischer Männlichkeitsbilder zu verorten: individuell und so, wie es für jeden Hero passt. Das bedeutet nicht, dass jemand nicht männlich sein darf – sondern, dass niemand männlich sein muss. Authentisch und frei von Geschlechternormen man selbst zu sein, tut allen gut: jedem Einzelnen und der Gesellschaft. 

Rassismus und Diskriminierung 

 

Rassismus und Diskriminierung sind keine Randthemen, sondern prägen den Alltag vieler Jugendlicher. Sie wirken auf Chancen, Selbstbilder und darauf, wie Menschen gesehen und behandelt werden. Bei HEROES thematisieren wir, wie Diskriminierung funktioniert – strukturell und im Alltag – und wie sie mit Geschlechterrollen und Männlichkeitsbildern zusammenhängt. Viele Jungen* erleben selbst Ausgrenzung und stehen gleichzeitig unter dem Druck, stark und unangreifbar zu wirken. Wir schaffen Räume, um darüber zu sprechen, Erfahrungen ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für ein respektvolles Miteinander. 

Rassismus und Diskriminierung 

 

Rassismus und Diskriminierung sind keine Randthemen, sondern prägen den Alltag vieler Jugendlicher. Sie wirken auf Chancen, Selbstbilder und darauf, wie Menschen gesehen und behandelt werden. Bei HEROES thematisieren wir, wie Diskriminierung funktioniert – strukturell und im Alltag – und wie sie mit Geschlechterrollen und Männlichkeitsbildern zusammenhängt. Viele Jungen* erleben selbst Ausgrenzung und stehen gleichzeitig unter dem Druck, stark und unangreifbar zu wirken. Wir schaffen Räume, um darüber zu sprechen, Erfahrungen ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für ein respektvolles Miteinander. 

Männlichkeit

 

Wir verstehen Männlichkeit (und Geschlecht) als soziale Kategorie, über die Normen und Werte vermittelt werden. Geschlecht ist nicht vorrangig naturgegeben, sondern sozial und kulturell konstruiert.

Mit Männlichkeit werden häufig Werte wie Stärke, Dominanz oder Durchsetzungsfähigkeit verbunden. Diese Erwartungen erzeugen Druck auf Jungen* und Männer* – und gehen oft mit gewaltverherrlichenden Vorstellungen einher. Bei HEROES® sprechen wir über diesen Druck und ermutigen dazu, sich jenseits klassischer Männlichkeitsbilder zu verorten: individuell und so, wie es für jeden Hero passt. Das bedeutet nicht, dass jemand nicht männlich sein darf – sondern, dass niemand männlich sein muss. Authentisch und frei von Geschlechternormen man selbst zu sein, tut allen gut: jedem Einzelnen und der Gesellschaft. 

Ehre

„Ehre“ spielt in vielen Lebenswelten eine wichtige Rolle. Sie ist oft mit Anerkennung, Respekt und Zugehörigkeit verbunden – kann aber auch Druck, Kontrolle und Gewalt legitimieren. Bei HEROES hinterfragen wir Ehrvorstellungen kritisch: Wer definiert Ehre? Für wen? Und auf wessen Kosten? Wir sprechen darüber, wie Ehre mit Männlichkeitsnormen, Macht und Erwartungen verknüpft ist. Unser Ansatz ist klar: Ehre darf nicht bedeuten, andere zu kontrollieren oder zu verletzen. Stattdessen setzen wir auf Selbstbestimmung, Verantwortung und Respekt – gegenüber sich selbst und anderen. 

Hatun Aynur Sürücü 

Der Mord an Hatun Aynur Sürücü steht für die tödlichen Konsequenzen von patriarchaler Gewalt. Dieser Mord war ein Femizid. Er macht sichtbar, wohin Kontrolle, Besitzdenken und rigide Geschlechterbilder führen können. HEROES erinnert an Hatun Aynur Sürücü, um Gewalt nicht zu relativieren oder zu individualisieren. Wir benennen klar: Solche Taten sind kein kulturelles Problem, sondern Ausdruck von Macht und patriarchalen Strukturen. Die Auseinandersetzung mit diesem Fall ist für uns ein Ausgangspunkt, um Verantwortung zu übernehmen, Gewalt zu verhindern und für ein selbstbestimmtes Leben aller Menschen einzustehen. 

Feministische Jungen*arbeit

 

Feministische Jungenarbeit setzt sich kritisch mit Geschlechterrollen, Machtverhältnissen und Privilegien auseinander. Sie geht davon aus, dass patriarchale Strukturen nicht nur Mädchen und Frauen* schaden, sondern auch Jungen* unter Druck setzen und in enge Rollen zwängen.

Diese Arbeit ist feministisch, weil sie Ungleichheiten sichtbar macht und hinterfragt, statt sie zu reproduzieren. Bei HEROES bedeutet das, Jungen* zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, Gewalt abzulehnen und Empathie zu entwickeln. Ziel ist es nicht, Jungen* zu beschuldigen, sondern sie darin zu stärken, sich von schädlichen Männlichkeitsnormen zu lösen und sich für Geschlechtergerechtigkeit und ein respektvolles Zusammenleben einzusetzen. 

Vorbilder "Heroes"

 

Viele Jungen* wachsen mit sehr einseitigen Bildern von Männlichkeit auf. Öffentliche Vorbilder sind oft dominant, gewaltbereit oder emotional unzugänglich. Positive, feministische und gewaltablehnende Formen von Männlichkeit sind dagegen kaum sichtbar. HEROES® setzt auf einen Peer-Ansatz: Die Heroes sind junge Männer*, die ähnliche Lebensrealitäten haben und deshalb ähnliche Erfahrungen machen wie die Teilnehmenden. Sie begegnen ihnen auf Augenhöhe und zeigen, dass es echte Alternativen zu klassischen Männlichkeitsbildern gibt. Heroes sind keine perfekten Menschen, sondern Vorbilder im Alltag. Sie zeigen, dass Reflexion, Verantwortung und Gewaltfreiheit Stärke bedeuten – und dass Veränderung von innen heraus möglich ist.